Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Allergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt: In Deutschland hat rund jeder Siebte schon einmal Heuschnupfen gehabt. Hinter Niesen, Juckreiz und tränenden Augen steckt eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Dieses Quiz fragt nach der Geschichte der Allergieforschung, den vier Allergietypen nach Coombs und Gell, Hauttests und Bluttests sowie Therapien von Antihistaminika bis zur Hyposensibilisierung. Von leichten Einstiegsfragen bis zu echten Expertenfragen für Medizinerinnen und Mediziner.
Alle 29 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Auf welches Obst reagieren Birkenpollenallergiker wegen einer Kreuzallergie häufig ebenfalls?
Äpfel
Bei einer Kreuzallergie erkennt das Immunsystem strukturell verwandte Stoffe, sodass die Reaktion schon beim ersten Kontakt mit dem neuen Auslöser auftreten kann.
Q 02Welcher Allergietyp nach Coombs und Gell ist die häufigste Allergieform?
Typ I
Zu dieser Soforttyp-Allergie zählen Heuschnupfen, Nesselsucht, allergisches Asthma und der anaphylaktische Schock; die Reaktion erfolgt innerhalb von Sekunden bis Minuten.
Q 03Wie lange sollten Babys zur Allergievorbeugung mindestens ausschließlich gestillt werden?
4 Monate
Retrospektive Studien beobachteten, dass gestillte Kinder seltener an Allergien leiden als nicht gestillte.
Q 04Welcher Staub verursacht die als Bäcker-Lunge bekannte exogen-allergische Alveolitis?
Mehl
Feinstaubmasken und Abzugshauben am Arbeitsplatz verringern den Allergenkontakt und schützen die Beschäftigten vor einer Sensibilisierung.
Q 05In welchem deutschen Staat war die Allergierate bis 1989 trotz hoher Impfquote niedriger?
DDR
Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Allergien besteht nicht; es gibt sogar Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können.
Q 06Welche Bindungsstellen blockieren Antihistaminika, um die Histaminwirkung zu unterdrücken?
Periphere H1-Rezeptoren
Moderne Wirkstoffe wie Levocetirizin oder Fexofenadin machen weniger müde als die erste Generation und sind deshalb gerade für Kinder vorzuziehen.
Q 07Welche Wirkstoffgruppe gilt als wirksamste Arznei gegen allergische Rhinitis?
Topische Glukokortikoide
Wirkstoffe wie Mometason oder Fluticason unterdrücken alle nasalen Symptome, auch die verstopfte Nase; nur die Bindehautentzündung bleibt unbeeinflusst.
Q 08Wie nennt man es, wenn ein Heuschnupfen auf die unteren Atemwege übergreift und zu Asthma wird?
Etagenwechsel
Der Begriff gilt nur für Inhalationsallergien und umfasst auch das Hinzutreten weiterer Inhalationsallergien oder von Kreuzallergien.
Q 09Wie lange vor dem ersten Pollenflug müssen Cromone wie Cromoglicinsäure angewendet werden?
Eine Woche
Cromone stabilisieren die Mastzellen, wirken aber schwächer als Antihistaminika und Cortison und entfalten ihre Wirkung nur verzögert.
Q 10Wer führte 1906 den Begriff „Allergie“ in die Medizin ein?
Clemens von Pirquet
Der Wiener Kinderarzt bildete das Wort in Analogie zu „Energie“ und erkannte als Erster, dass Antikörper auch Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können.
Q 11In welchem Jahr teilten Coombs und Gell Allergien erstmals in vier Typen ein?
1963
Die vier Typen richten sich nach dem Pathomechanismus; die Frühtypen I bis III werden durch Antikörper vermittelt, der Spättyp durch T-Zellen.
Q 12Welche Zellen vermitteln die verzögerte allergische Reaktion vom Spättyp?
Sensibilisierte T-Zellen
Die freigesetzten Lymphokine locken Makrophagen und mononukleäre Zellen an den Ort der Allergenbelastung, wo es zu einer lokalen Entzündung kommt.
Q 13Ab welchem Alter besteht die Indikation für eine Hyposensibilisierung?
5 Jahren
Voraussetzung ist, dass das Allergen nicht gemieden werden kann, die Wirksamkeit belegt ist und ein geeigneter Allergenextrakt verfügbar ist.
Q 21Wer gab der tödlichen Überempfindlichkeit vergifteter Versuchshunde den Namen „Anaphylaxie“?
Charles Richet
Die Hunde hatten 1902 eine hohe intravenöse Toxindosis überlebt und starben zwei bis drei Wochen später an einer eigentlich ungefährlichen Menge desselben Giftes.
Q 22Womit löste Wilhelm P. Dunbar 1903 bei Versuchspersonen Heuschnupfensymptome aus?
Mit Pollen versetzte Salzlösung
Im selben Jahr zeigte der französische Physiologe Maurice Arthus, dass auch artfremde Eiweiße nach Vorbehandlung eine Überempfindlichkeit bei erneuter Injektion auslösen.
Q 23Mit welchem Schadstoff werden die Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts aggressiver?
Q 14In welchem Trägerstoff werden die Allergene beim Epikutantest auf die Haut gebracht?
Vaseline
Die Mischungen kommen in kleine Aluminiumkammern, die mit einem Pflaster zwei bis drei Tage auf Rücken oder Oberarmen fixiert werden.
Q 15Wo wird das Präparat bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) gespritzt?
An der Rückseite des Oberarms
Die Injektionen finden in der Arztpraxis statt, während sublinguale Präparate als Tropfen oder Tablette meist zu Hause eingenommen werden.
Q 16Welcher englische Arzt erkannte Gräserpollen als Auslöser des Heuschnupfens?
Charles Blackley
Unabhängig davon kam ein Forscher an der Harvard University zum gleichen Ergebnis; der Engländer hielt die Beschwerden aber noch für eine Folge von Toxinen in den Pollen.
Q 17Bei welchem Anteil unbehandelter Inhalationsallergien wird aus Heuschnupfen später Asthma?
30–40 %
Dabei greifen die Beschwerden von der Bindehaut oder den oberen Atemwegen auf die Bronchialschleimhaut über; auch neue Kreuzallergien zählen dazu.
Q 18Kinder mit welcher Fehlbildung werden von Geburt an konsequent vor Latex geschützt?
Spina bifida
Kinder mit offenem Rücken haben ein sehr hohes Sensibilisierungsrisiko, deshalb ist schon im OP der Verzicht auf Latex-Handschuhe klinischer Standard.
Q 19In welchem Zeitfenster tritt die Reaktion einer Typ-IV-Allergie nach dem Allergenkontakt ein?
12 bis 72 Stunden
Typische Beispiele für diese verzögerte Reaktion sind das allergische Kontaktekzem, die Tuberkulinreaktion und die Transplantatabstoßung.
Q 20Welcher Londoner Arzt beschrieb 1819 eine von der Jahreszeit abhängige Nasenerkrankung?
John Bostock
Der Erstbeschreiber litt selbst schwer an der Krankheit und nannte sie 1828 „Catarrhus aestivus“, also Sommer-Katarrh.
Stickstoffdioxid
Forscher des Helmholtz-Zentrums München stellten fest, dass die Ambrosia dann mehr Allergene bildet; ihre Pollen zählen ohnehin zu den stärksten Allergieauslösern.
Q 24Um wie viel Prozent seltener litten Kinder mit Wurmbefall in Vietnam an einer Milbenallergie?
60 %
Die Studie umfasste 1600 Kinder und stützt die These, dass IgE-Antikörper ohne Parasiten als Gegner auf harmlose Stoffe umgelenkt werden.
Q 25Welches Enzym im Blut gilt als hochspezifischer Marker für aktivierte Mastzellen?
Tryptase
Der Wert wird auch beim anaphylaktischen Schock, zur postmortalen Diagnose des Asthmatods und bei der Mastozytose bestimmt.
Q 26Mit welcher Spritze werden beim Intrakutantest rund 20 Mikroliter Allergenextrakt injiziert?
Tuberkulinspritze
Der Extrakt wird dabei wässrig und nur oberflächlich in die Haut gespritzt, anders als beim Pricktest, bei dem eine Lanzette durch einen Tropfen sticht.
Q 27In welchem Jahr beschrieb der italienische Chirurg Leonardo Botallo die „Rosenerkältung“?
1565
Botallo hatte beobachtet, dass manche Menschen in der Nähe blühender Rosen Schnupfen und verengte Atemwege bekamen.
Q 28Welche Bezeichnung trägt das Hauptallergen der Birke?
Bet v 1
Das Allergen kann sich an Dieselrußpartikel anheften und so beim Einatmen bis in tiefere Lungenabschnitte gelangen.
Q 29Wie viel Prozent der Bevölkerung gaben beim Bundes-Gesundheitssurvey 1998 Heuschnupfen an?
14,5 %
Zu Beginn der 1990er Jahre waren es noch 9,6 Prozent; bis 1998 hatte sich zudem ein Geschlechterunterschied herausgebildet, weil die Zunahme bei Frauen größer ausfiel.