Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Sucht bedeutete im Deutschen einst schlicht Krankheit. Heute spricht die Medizin von Abhängigkeit und meint das kaum bezwingbare Verlangen nach einem Stoff oder einem Verhalten. Dieses Quiz führt durch die Geschichte des Begriffs, die Kriterien der WHO und die Suchtmedizin in Deutschland. Der zweite Teil gilt der Selbsthilfe: den Anonymen Alkoholikern, ihrem Zwölf-Schritte-Programm und ihren Gruppen in aller Welt.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Wie heißen die regelmäßigen Treffen lokaler Gruppen der Anonymen Alkoholiker?
Meetings
Zwischen festen Ritualen zu Beginn und am Ende stehen längere Monologe, in denen Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Alkohol schildern.
Q 02Was ruft das Absetzen der Substanz bei einer physischen Abhängigkeit hervor?
Entzugssymptome
Die körperliche Abhängigkeit ist eine Reaktion des Dauerkonsumenten. Als wesentliches Kriterium einer Suchterkrankung gilt dagegen der innere Zwang zum Konsum.
Q 03Als was definieren die Anonymen Alkoholiker den Alkoholismus von Beginn an?
Chronische Krankheit
Unbehandelt verlaufe sie tödlich. Diese Sicht passte zur Medikalisierung abweichenden Verhaltens, die im frühen 20. Jahrhundert populär war.
Q 04Wie nennt die WHO-Einteilung einen Drogengebrauch, den die Gesellschaft nicht toleriert?
unerlaubt
Die vier Klassen des Gebrauchs lösten nach 1969 ein älteres Konzept ab. Als gefährlich gilt dabei ein Gebrauch mit wahrscheinlich schädlichen Folgen für den Konsumenten.
Q 05Welcher englische Fachbegriff der Suchtmedizin bezeichnet das Substanzverlangen?
Craving
Gemeint ist das nahezu unbezwingbare Verlangen, das Suchtmittel zu konsumieren. Auch die Gier nach fetten und süßen Speisen bei Adipositas wird so genannt.
Q 06Zu welchem medizinischen Fachgebiet gehört die Suchtmedizin?
Psychiatrie
Die Suchtmedizin befasst sich mit Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation – auch bei Abhängigkeiten, die an keine Substanz gebunden sind.
Q 07Wie heißt es, wenn für dieselbe Wirkung immer höhere Dosen einer Substanz nötig werden?
Toleranz
Ihr Nachweis zählt zu den WHO-Kriterien der ICD-10 und kennzeichnet dort zusammen mit dem körperlichen Entzugssyndrom die körperliche Abhängigkeit.
Q 08Welcher Begriff beschreibt Bezugspersonen, deren Verhalten die Sucht eines Menschen stärkt?
Co-Abhängigkeit
Gemeint ist ihr Tun ebenso wie ihr Unterlassen. Die Anonymen Alkoholiker betrachten Angehörige und enge Freunde von Trinkern oft als ebenfalls erkrankt.
Q 09Welche Krankheit hieß im älteren Deutsch „Fallsucht“?
Epilepsie
Das mittelhochdeutsche Sammelwort „Gesücht“ bezeichnete Leiden, die anfallsweise wiederkehren. Dazu zählte man auch die Gicht.
Q 10Womit allein lässt sich Alkoholismus nach Auffassung der Anonymen Alkoholiker besiegen?
Spirituelle Erfahrung
Aus eigener Kraft könne der Einzelne es nicht schaffen. Die Selbsthilfeorganisation entstand in den Vereinigten Staaten und ist heute weltweit tätig.
Q 11Auf welches alte Verb geht das deutsche Wort „Sucht“ zurück?
siechen
Mit der Suche hat das Wort nichts zu tun: Gemeint war das Leiden an einer Krankheit oder Funktionsstörung. Schwindsucht und Gelbsucht tragen diese alte Bedeutung bis heute im Namen.
Q 12Was plagte einen „Wassersüchtigen“ im älteren medizinischen Sprachgebrauch?
Wassereinlagerungen
Süchtig nach Wasser war er also nicht. Solche alten Krankheitsnamen beschrieben meist nur das auffälligste Symptom: Der Gelbsüchtige verfärbt sich gelb, der Magersüchtige ist abgemagert.
Q 13Wer vertritt eine einzelne Gruppe der Anonymen Alkoholiker nach außen?
Gruppensprecher
Q 21Welchen Begriff behielt das US-Handbuch DSM-IV bei, den die ICD-10 aufgegeben hatte?
Missbrauch
Die WHO hatte das Konzept nach 1969 zugunsten von vier genau definierten Klassen des Gebrauchs verworfen. Fachleute sprechen heute meist vom Abhängigkeitssyndrom.
Q 22Auf die Techniken welcher Bewegung griff AA-Mitgründer Bill Wilson 1935 zurück?
Oxford-Gruppe
Mit ihnen wollte er den Arzt Robert Smith zur Abstinenz bewegen. Schon ab 1937 gingen die Anonymen Alkoholiker auf Distanz, weil sie die Missionierungsziele ablehnten.
Q 23Welches Lexikon nannte „Sucht“ schon 1888 ein in der Medizin veraltetes Wort?
Meyers Konversationslexikon
Grundsätzlich ist jede Gruppe autonom und wählt Personen ihres Vertrauens für Dienste wie den Schlüsseldienst. Macht über andere hat kein Dienstinhaber.
Q 14In welcher christlichen Strömung sind die Traditionen der Anonymen Alkoholiker verwurzelt?
Protestantismus
Die Gemeinschaft selbst versteht sich als überkonfessionell. Besonders erfolgreich ist sie in Ländern mit dieser religiösen Prägung.
Q 15In welcher Stadt entstand am 10. Juni 1935 die erste Gruppe der Anonymen Alkoholiker?
Akron
Gründer waren der New Yorker Börsenmakler William Griffith Wilson, intern „Bill W.“, und der ortsansässige Arzt Robert Holbrook Smith, genannt „Dr. Bob“.
Q 16In welcher Stadt führte eine WHO-Fachgruppe 1950 den Begriff „psychische Abhängigkeit“ ein?
Genf
Die Fachgruppe hieß „Drogen mit Suchtpotential“ und tagte damals zum zweiten Mal. In ihrem Bericht stand daneben erstmals auch die körperliche Abhängigkeit.
Q 17In welcher Stadt entstand 1953 die erste deutschsprachige Gruppe der Anonymen Alkoholiker?
München
Daneben gibt es über 30 deutschsprachige Mail- und Chat-Angebote, die sich am Ablauf der persönlichen Treffen orientieren.
Q 18Was soll die Anonymität bei den Anonymen Alkoholikern stets über Personen stellen?
Prinzipien
Sie schützt den Einzelnen davor, dass seine Teilnahme öffentlich bekannt wird, und verhindert, dass soziale Unterschiede in den Gruppen zum Thema werden.
Q 19In welchem Jahr erkannte das Bundessozialgericht die Alkoholabhängigkeit als Krankheit an?
1968
Seit dem Grundsatzurteil vom 18. Juni übernehmen die Krankenkassen und andere Kostenträger die Behandlung von Begleiterkrankungen und Leistungen zur Rehabilitation.
Q 20Worauf bezog sich der moderne Suchtbegriff 1819 bei C. v. Brühl-Cramer zunächst allein?
Trunksucht
Gemeint war die Alkoholkrankheit. Erst später wurden auch andere Abhängigkeiten als Sucht bezeichnet, ab 1829 etwa die vom Opium.
Früher bedeutete das Wort ganz allgemein Krankheit oder Leiden, lateinisch Morbus – so etwa in Fettsucht, Fallsucht oder Magersucht.
Q 24In welcher Stadt entstand 1999 der erste deutsche Lehrstuhl für Abhängigkeitserkrankungen?
Mannheim
Angesiedelt wurde er am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Zu den Schwerpunkten der Suchtforschung zählt die Frage, wie sich Rückfällen vorbeugen lässt.
Q 25Welche Zeitschrift verhalf den Anonymen Alkoholikern Anfang der 1940er zu rapidem Wachstum?
Saturday Evening Post
Die günstige Berichterstattung traf auf eine Gemeinschaft ohne angemessene formale Organisation. Erst später in den 1940ern entstand eine Gesamtgruppenkonferenz.
Q 26Wann riet die WHO-Fachgruppe, psychische und körperliche Abhängigkeit nicht mehr zu trennen?
1992
Die Unterscheidung sei in der medizinischen Praxis schwierig umzusetzen oder sogar verwirrend, hieß es im Bericht über die 28. Konferenz der Gruppe.
Q 27In welcher US-Stadt wurden 1950 die „12 Traditionen“ der Anonymen Alkoholiker bestätigt?
Cleveland
Anlass war die erste internationale Konferenz. Die Traditionen entstanden in Anlehnung an die Schritte des Programms und gelten für die Ebene der Gemeinschaft.
Q 28Wie wurde die Opiumsucht im 18. Jahrhundert genannt, ehe das Wort 1829 belegt ist?
Knechtschaft
Lateinisch hieß das „servitus“. Den Ausdruck „Opiumsucht“ verwendete dann der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland.
Q 29Welche Krankheit bezeichnete das mittelhochdeutsche Wort „miselsuht“?
Lepra
Im Mittelhochdeutschen stand „suht“ schlicht für ein Leiden, oft für die Erkrankung eines einzelnen Körperteils. Wer „lebersühtec“ war, war leberkrank.
Q 30Welches Gremium trat zum 20. Jubiläum der Anonymen Alkoholiker die Nachfolge der Gründer an?
General Service Conference
Auf Deutsch heißt sie Allgemeine Dienstkonferenz. Sie wurde offiziell ermächtigt, im Namen der gesamten Gemeinschaft zu handeln.