Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Dr. med. ist nicht gleich Dr. med.: In Deutschland steht hinter dem Titel eine freiwillige Promotion, in Österreich ein verpflichtendes Diplom, in den USA ein Berufsabschluss ohne Dissertation und im Vereinigten Königreich ein echter Forschungsdoktorgrad. Dieses Quiz fragt nach Geschichte und Bedeutung des medizinischen Doktortitels, nach den Regeln in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Rumänien, Ungarn und den USA – und danach, welche Abkürzung man in welchem Land überhaupt führen darf. Von leicht bis knifflig für alle, die wissen wollen, was wirklich hinter dem „Dr.“ auf dem Praxisschild steckt.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Für welche lateinische Bezeichnung steht die Abkürzung „Dr. med.“?
Doctor medicinae
Wörtlich bedeutet der Grad „Lehrmeister der Heilkunde“; in manchen Ländern ist er ein sogenanntes Berufsdoktorat.
Q 02Wofür steht der österreichische Grad Dr. med. univ. auf Deutsch?
Doktor der gesamten Heilkunde
Lateinisch lautet die Bezeichnung Dr. medicinae universae; im Berufsalltag ist in Österreich schlicht „Dr.“ üblich.
Q 03Ab wann darf der deutsche Dr. med. frühestens getragen werden?
nach Vergabe der Promotionsurkunde
Das Promotionsverfahren kann schon vor dem Studienabschluss begonnen, aber erst danach beendet werden – meist nach Verteidigung und Publikation.
Q 04Welchem Niveau des Europäischen Qualifikationsrahmens entspricht der Dr. med. wie alle Doktorgrade?
8
Das ist das höchste erreichbare Niveau und entspricht dem dritten Studienzyklus.
Q 05Im Rahmen welcher Feier wird in Österreich der Grad Dr. med. univ. verliehen?
Sponsion
Seit dem Universitätsgesetz 2002 ist das Medizinstudium ein Diplomstudium; der Abschluss zählt daher nicht mehr als Promotion.
Q 06Welches andere österreichische Diplomstudium ist ebenso lang wie die Humanmedizin?
Veterinärmedizin
Beide gelten als die längsten Diplomstudien des Landes, seit die Humanmedizin 2002 auf Diplomniveau gesetzt wurde.
Q 07Welcher Schweizer Doktortitel in der Medizin gilt als umfassender akademischer Grad mit drei Jahren Dauer?
Dr. sc. med.
Er verlangt mehrere Publikationen und ein abschließendes Doktoratsexamen, während der Dr. med. als Berufsdoktorat gilt.
Q 08Wie viel Forschungszeit verlangt der Schweizer Dr. med. neben der Dissertation?
ein Jahr
Die Arbeit kann nach dem Masterabschluss und dem Staatsexamen eingereicht werden; dasselbe gilt für den Dr. med. dent.
Q 09In welchem Jahrhundert wurde der durch einen Promotionsakt verliehene Doktortitel eingeführt?
13. Jahrhundert
Ein solcher Promotionsakt unterscheidet den Doktorgrad bis heute von Berufsdoktoraten, die mit dem Studienabschluss vergeben werden.
Q 10Welche Einrichtung stufte den deutschen Dr. med. 2002 als dem Ph.D. nicht gleichwertig ein?
der Europäische Forschungsrat
Mediziner können nachweisen, dass ihre Leistung dem Umfang eines Ph.D. entspricht, und beim ERC eine Gleichsetzung beantragen.
Q 11Wie lange dauert eine Promotion zum Dr. med. sci. mindestens?
ein Jahr Vollzeit
Eine Promotion zum PhD oder Dr. rer. nat. ist dagegen auf drei bis vier Jahre ausgelegt und setzt einen guten Universitätsabschluss voraus.
Q 12Wie heißt die kommissionelle Verteidigung der Diplomarbeit im österreichischen Medizinstudium?
Defensio
Zum Prozess gehören meist auch ein Ethikantrag und ein Plagiatscheck; insgesamt dauert die Arbeit ein bis drei Jahre.
Q 13Wie wird der Doktor der Medizin in Tschechien und der Slowakei abgekürzt?
MUDr.
Lateinisch steht die Abkürzung für medicinae universae doctor; vergeben wird der Grad nach sechs Studienjahren ohne Promotionsleistung.
Q 21Welches deutsche Gesetz verbietet die Eintragung eines österreichischen Dr. med. univ. als „Dr.“ in den Pass?
das Passgesetz 2009
In Deutschland darf der Grad nur mit vollständigem fachlichen Zusatz als „Dr. med. univ.“ geführt werden.
Q 22Ab welchem Studienjahr beginnt an der MedUni Wien spätestens die Forschungsarbeit zur Diplomarbeit?
4. Studienjahr
Verpflichtend sind klinisch-prospektive, experimentelle oder retrospektive Studien; reine Literaturarbeiten sind fast ausgeschlossen.
Q 23Welcher Bologna-Ebene wird das rumänische Berufsdoktorat Dr. medic zugeordnet?
der 2. Ebene
Q 14Welchen Titel erhalten Absolventen des rumänischen Medizinstudiums nach dem Staatsexamen?
Doctor-Medic
Das Staatsexamen heißt rumänisch Examen de Licență; die Abschlussarbeit wird vor einem Promotionskomitee verteidigt.
Q 15Was ist beim ungarischen Berufsdoktorat in der Medizin bei der Schreibweise zu beachten?
die Kleinschreibung des „dr.“
Verpflichtend ist außerdem der Zusatz „med.“; ein akademischer Grad ist der Titel nicht.
Q 16Welche Hochschule bietet neben dem klassischen Dr. med. auch die Promotion zum Dr. med. sci. an?
die TU München
Das Angebot richtet sich ausdrücklich an „forschungsinteressierte Medizinstudierende“ und verlangt keine Mindestnote.
Q 17An welcher Universität wurde am 25. Juli 1905 erstmals eine Frau zum Dr. med. univ. promoviert?
Karl-Franzens-Universität Graz
Zu dieser Zeit wurde das Medizinstudium noch als Doktorats- bzw. Rigorosenstudium geführt.
Q 18Zu welcher Statistiksoftware enthält das österreichische Medizinstudium eigene Module?
SPSS
Dazu kommen Module zur Literaturdatenbank PubMed und Statistikprüfungen, die die wissenschaftliche Befähigung aufbauen.
Q 19Wie wird in Österreich üblicherweise geführt, wer Dr. med. univ. und Dr. scient. med. besitzt?
DDr.
Diese Dissertationen setzen mindestens drei Jahre Vollzeitforschung voraus und werden international nahtlos als PhD anerkannt.
Q 20In welchem Jahr bezog der deutsche Wissenschaftsrat kritisch Stellung zum Anspruch des Dr. med.?
2009
Medizinische Promotionen waren damals in Anspruch und Umfang oft eher mit Masterarbeiten naturwissenschaftlicher Fächer vergleichbar.
Die Promoția ist in das sechsjährige rumänische Medizinstudium integriert.
Q 24Wo wird in Österreich das Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaft angeboten?
Wien, Linz und Graz
Ein PhD-Studium gibt es zusätzlich auch in Salzburg und Innsbruck; beide Wege dauern mindestens drei Jahre.
Q 25Was geschah nach der österreichischen Studienordnung N090 mit dem Diplomgrad beim Erwerb des Doktorgrades?
er wurde aberkannt
Mit der Studienordnung N790 entfiel dieser Schritt; der Dr. scient. med. kommt seither zusätzlich hinzu.
Q 26Wo ist der medizinische Titel MD bis heute ein Forschungs- und kein Berufsdoktorgrad?
Großbritannien
Der US-amerikanische M.D. ist dagegen ein berufsqualifizierender Abschluss des Medizinstudiums, der ohne Promotionsleistung vergeben wird.
Q 27Berufsdoktorgrade welcher Länder dürfen in Deutschland ohne Herkunftszusatz geführt werden?
EWR-Länder
Die Führung solcher Grade als bloßes „Dr.“ oder als „Dr. med.“ bleibt dagegen verboten, weil eine rechtliche Promotionsleistung fehlt.
Q 28Worauf geht die Vereinigung von chirurgischem und medizinischem Studium in Österreich zurück?
Kaiserliche Entschließung
Seit 1872 wird der österreichische Doktorgrad deshalb als Dr. medicinae universae bezeichnet, kurz Dr. med. univ.
Q 29Nach welchem Paragrafen des StGB ist das unbefugte Führen des Titels MD als „Dr.“ strafbar?
§ 132a
Der in Medizin erworbene Doktorgrad wurde früher nach der lateinischen Bezeichnung medicinae doctor als MD hinter dem Namen aufgeführt.
Q 30Wie wird der nur in den USA verliehene Doctor of Medical Research abgekürzt?
Dr. mr.
Anders als der weit verbreitete M.D. setzt dieser Grad eine echte Promotionsleistung voraus; er wird allerdings immer seltener verliehen.