Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Die Spanische Inquisition bestand formal von 1478 bis 1834. Mit Genehmigung des Papstes eingerichtet, verfolgte sie zunächst vor allem getaufte Juden und Muslime, später auch Protestanten, Bigamisten und verbotene Bücher. Dieses Quiz führt durch ihre Geschichte: die ersten Tribunale, Ämter und Geldquellen, den Ablauf eines Verfahrens von der Anzeige bis zum Autodafé und das lange Ende im 19. Jahrhundert. Die Fragen reichen von leichtem Grundwissen bis zu Details für Geschichtskenner.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Welches Edikt von 1492 ließ den Juden Spaniens nur die Wahl zwischen Taufe und Exil?
Alhambra-Edikt
Der Erlass datiert vom 31. März. Zuvor hatten echte Überzeugung oder sozialer Druck Menschen zum Übertritt bewogen.
Q 02Wie hießen in Spanien die vom Judentum zum Christentum Konvertierten und ihre Nachkommen?
Conversos
In den ersten Jahren der Spanischen Inquisition stellte diese Gruppe mehr als 90 % der Angeklagten.
Q 03Wer sollte bei Folterungen der Spanischen Inquisition den Tod der Angeklagten verhindern?
Arzt
Niemand sollte vor seiner Verurteilung sterben. Anwesend waren außerdem ein Inquisitor, ein Vertreter des örtlichen Bischofs und ein Protokollführer.
Q 04Wie nannte man in Spanien Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertiert waren?
Moriscos
Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts richteten sich die meisten Prozesse der Spanischen Inquisition gegen diese Gruppe.
Q 05Was bedeutet „Edicto de Gracia“, das Inquisitionstribunale bis etwa 1500 öffentlich verlasen?
Gnadenerlass
Wer binnen dreißig Tagen freiwillig gestand und ernsthaft bereute, sollte milder bestraft werden. Meist endete das mit einer Geldzahlung.
Q 06Welchem Orden gehörten die 1480 berufenen ersten Inquisitoren der Spanischen Inquisition an?
Dominikaner
Miguel de Morillo und Juan de San Martin traten ihr Amt am 17. September an. Eine Ordensmitgliedschaft war für Inquisitoren jedoch keine Voraussetzung.
Q 07In welchem Jahr wurde die Spanische Inquisition offiziell abgeschafft?
1834
Das geschah am 15. Juli während der Regierungszeit von Königin Isabella II. Formal bestand die Einrichtung seit 1478.
Q 08Welches Folterinstrument verbarg sich bei der Spanischen Inquisition hinter dem Namen „Potro“?
Streckbank
Üblich waren außerdem die „Garrucha“, das Pfahlhängen, und die „Toca“, eine Form des Waterboardings.
Q 09Wie hieß das Gewand, das Angeklagte bei der Verkündung ihrer Strafe auf einem Autodafé trugen?
Sanbenito
Das Kleidungsstück hatte die Form eines Skapuliers und wurde über der normalen Kleidung getragen.
Q 10In welcher Stadt verurteilten die ersten zwei Inquisitoren Spaniens 298 Menschen zum Feuertod?
Sevilla
Weitere 79 Personen erhielten lebenslange Haft. Die Härte der Urteile löste Beschwerden beim Königspaar und beim Papst aus.
Q 11Was waren die „Familiares“ der Spanischen Inquisition?
Laien, die Verdächtige festnahmen
Oft waren es einfache Leute wie Bauern oder Handwerker. Der Dienst erließ ihnen einen Teil der Steuern und erlaubte ihnen, Waffen zu tragen.
Q 12Welche Rolle übernahm der „Fiscal“ an einem Tribunal der Spanischen Inquisition?
Ankläger
Er war der engste Mitarbeiter des Inquisitors, leitete die Ermittlungen und führte Vernehmungen, galt aber nicht als Richter im eigentlichen Sinn.
Q 13Welche Anzeigen nahm die Spanische Inquisition grundsätzlich nicht an?
Anonyme
Q 21In welchem Jahr fand das erste Autodafé der Spanischen Inquisition statt?
1481
Es fiel auf den 6. Februar, nur wenige Monate nach der Berufung der ersten beiden Inquisitoren im September des Vorjahres.
Q 22In welchem Jahr mussten alle Muslime Kastiliens zwischen Taufe und Auswanderung wählen?
1502
Das war zehn Jahre nach der Vertreibung der Juden. Für Aragón verfügte König Karl I. 1525 die Zwangstaufe aller Muslime.
Q 23Welche Grundfarbe hatte das Büßergewand, dessen Tragen die Inquisition als Strafe verhängte?
Gelb
Getragen wurde es lebenslang oder für eine gewisse Zeit. Wer eine Ablösesumme zahlte, konnte sich in einigen Fällen davon befreien.
Geheim blieb der Name des Anzeigenden trotzdem: Den Beschuldigten wurde er ebenso verschwiegen wie alle Angaben, die auf seine Identität schließen ließen.
Q 14Wer vollstreckte die Todesstrafe an unbußwilligen Ketzern der Spanischen Inquisition?
Weltlicher Arm der Justiz
Die Übergabe hieß lateinisch „relaxatio ad brachium saeculare“. Vollzogen wurde das Urteil durch Verbrennen, und das Vermögen wurde eingezogen.
Q 15Welcher Papst erließ 1478 die Bulle „Exigit sincerae devotionis affectus“ zur Inquisition?
Sixtus IV.
Isabella und Ferdinand veröffentlichten das Schreiben erst am 20. August 1480. Es erlaubte ihnen, zwei oder drei Inquisitoren zu benennen.
Q 16Welcher König setzte 1814 nach der Rückkehr aus dem Exil die Spanische Inquisition wieder ein?
Ferdinand VII.
Er kehrte aus Frankreich zurück. Zuvor hatten sowohl die Besatzungsmacht als auch die Cortes die Tribunale aufgehoben.
Q 17Welches rote Kreuz trug das Büßergewand, das die Spanische Inquisition Verurteilten auferlegte?
Andreaskreuz
Die Auflage galt für eine bestimmte Zeit und in der Öffentlichkeit. Sie schränkte die Betroffenen im Geschäftsverkehr oft stark ein.
Q 18Zu welcher Strafe verurteilte die Spanische Inquisition Bigamisten häufig?
Galeerenstrafe
Verurteilt wurden vor allem Ortsfremde wie Tagelöhner, Seeleute oder Soldaten. Die Tribunale sahen in der Doppelehe eine Verachtung des Ehesakraments.
Q 19Wofür stand das Autodafé der Spanischen Inquisition als Symbol?
Jüngstes Gericht
Die feierliche Inszenierung gilt als besonderes Merkmal der Einrichtung. Begangen wurde der Tag wie ein Volksfest.
Q 20Wie hieß der oberste Rat der Spanischen Inquisition, ein Staatsorgan beider Kronen, kurz?
Suprema
Den Vorsitz führte der Generalinquisitor. Das Gremium beriet ihn bei Verwaltung und Organisation und bereitete Entscheidungen der Könige vor.
Q 24Wie viele Tage im Voraus musste ein Autodafé der Spanischen Inquisition angekündigt werden?
Acht
Meist wusste man aber schon erheblich früher Bescheid. Anwesend waren üblicherweise alle weltlichen und geistlichen Würdenträger des Bezirks.
Q 25Wie viele Menschen sollen im Mai 1559 das Autodafé von Valladolid miterlebt haben?
200.000
Unter den Anwesenden waren auch mehrere Mitglieder der königlichen Familie. Vollstreckt wurden die Strafen auf einer getrennten Veranstaltung.
Q 26Wer soll in Granada befohlen haben, vier- bis fünftausend arabische Bücher zu verbrennen?
Francisco Jiménez de Cisneros
Schon 1490 soll die Inquisition in Salamanca die Verbrennung von mehr als 6000 Bibeln und anderen Büchern veranlasst haben.
Q 27In welcher Stadt führte die Inquisition 1610 einen Hexenprozess gegen 53 Angeklagte?
Logroño
Sechs Verurteilte wurden wirklich, fünf in effigie verbrannt. Später ließ der oberste Rat der Inquisition die Verurteilten sogar rehabilitieren.
Q 28Wie heißt das von der Inquisition verfolgte Delikt sexueller Belästigung im Beichtstuhl?
Sollizitation
Die Tat galt als Entehrung des Bußsakraments und damit als Zeichen des Unglaubens der beteiligten Priester und ihrer Mitwirkenden.
Q 29Etwa wie viel Prozent der Angeklagten der Inquisition Spaniens starben 1560–1700 im Feuer?
1
So schätzt es der dänische Forscher Gustav Henningsen. Vermutlich fielen 50 bis 75 Prozent aller Verfahren in die ersten fünfzig Jahre der Einrichtung.
Q 30Welcher Inquisitor prüfte für den obersten Rat Gerüchte über Hexen in Navarra?
Alonso de Salazar y Frías
1614 kam er zu dem Schluss, dass keinerlei Beweise für Hexerei vorlägen. Weitere Hexenprozesse blieben in diesem Fall aus.