Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Bernstein ist fossiles Harz: seit Jahrtausenden als Schmuckstein begehrt, an den Küsten von Nord- und Ostsee angespült und in der Blauen Erde des Samlands industriell gewonnen. Sein griechischer Name ḗlektron gab der Elektrizität ihren Namen, seine Einschlüsse konservieren Insekten seit Jahrmillionen. Das Quiz fragt nach Bernsteinarten und Varietäten, physikalischen und chemischen Eigenschaften, Fundorten von Bitterfeld bis Borneo und der Rolle des Harzes in Steinzeit, Bronzezeit und Antike. Dazu kommt das Bernsteinzimmer: vom Berliner Schloss über Zarskoje Selo nach Königsberg, seit 1945 verschollen und seit 2003 rekonstruiert.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Woraus besteht Bernstein?
Fossilem Harz
Das Harz blieb seit dem Paläozoikum als feste, amorphe und nicht kristalline Substanz erhalten; der Mineralverband IMA erkennt es nicht als eigenes Mineral an.
Q 02Wie werden die im Bernstein eingeschlossenen Fossilien kleiner Tiere oder Pflanzenteile genannt?
Inklusen
Sie sind meist nur in durchsichtigen Stücken zu finden; mit Synchrotronstrahlung gelang es, auch in opaken Stücken 3D-Modelle von Einschlüssen aufzunehmen.
Q 03Aus welcher Sprache stammt das Wort anbar, auf das englisch amber zurückgeht?
Arabisch
Auch französisch ambre jaune, spanisch el ámbar und italienisch ambra gehen auf dieses Wort zurück.
Q 04Wie heißt die häufigste baltische Bernsteinart mit wissenschaftlichem Namen?
Succinit
Den Namen führte der Mineraloge August Breithaupt 1820 ein, angelehnt an das römische Wort succinum für Bernstein.
Q 05In welcher Flüssigkeit schwimmt Bernstein wegen seiner geringen Dichte?
Gesättigter Salzlösung
Die Dichte liegt bei etwa 1,07 g/cm³; in Bitterfeld nutzte man die Eigenschaft, um Bernstein im Siebrückstand von Fremdbestandteilen zu trennen.
Q 06Wie lautet das altgriechische Wort für Bernstein?
ḗlektron
Übersetzt heißt es etwa „Hellgold“; die indogermanische Wurzel bedeutet „hell, glänzend, strahlend“.
Q 07Welcher griechische Philosoph kannte bereits die statische Aufladung von geriebenem Bernstein?
Thales
In vornehmen antiken Haushalten diente ein großer Bernstein als Kleiderbürste, die durch Reibung Staubteilchen anzog.
Q 08Welche Stadt beherbergt die weltweit zweitgrößte Bernsteinlagerstätte?
Bitterfeld
Dort macht Succinit 99,9 % aus; daneben kommen Arten wie Goitschit, Bitterfeldit und Durglessit sowie elf noch unbenannte fossile Harze vor.
Q 09Welches heutige Wort hat seinen Ursprung im germanischen Bernsteinnamen glesum?
Glas
Die Römer nannten den Stein electrum oder succinum, in der richtigen Annahme, er sei aus Baumsaft entstanden.
Q 10Welche Mohshärte hat Bernstein?
2 bis 2,5
Mit einer Kupfermünze lässt sich eine Furche in die Oberfläche ritzen; Braunharze dagegen sind kaum mit einer Stahlnadel zu ritzen.
Q 11Wie viele Millionen Jahre alt ist der älteste bekannte Bernstein etwa?
310
Der älteste europäische Bernstein, der Middletonit, ist ebenso alt und stammt aus Steinkohlengruben von Middleton bei Leeds.
Q 12Wie heißt die bernsteinreichste Fundschicht des Samlands, abgelagert vor etwa 35 Millionen Jahren?
Blaue Erde
Die Halbinsel Samland im Kaliningrader Gebiet liegt zwischen Frischem und Kurischem Haff und ist die bekannteste Fundregion Europas.
Q 13Aus welcher Sprache leitet sich das deutsche Wort Bernstein (von „bernen“ = brennen) ab?
Mittelniederdeutsch
In Preußen hieß der Stein früher auch Börnstein; der Name verweist auf seine auffällige Brennbarkeit.
Q 21Wie heißt die typische, wie poliert wirkende Form des an Nord- und Ostseeküste angespülten Bernsteins?
Seestein
Der Erdstein ist dagegen die häufigste Form in den Lagerstätten, mit einer Verwitterungsrinde aus längerer Lagerung an der Luft.
Q 22Zu wie viel Prozent besteht Bernstein nach der Elementaranalyse aus Kohlenstoff?
67–81 %
Der Rest ist Wasserstoff und Sauerstoff, dazu bis zu 1 % Schwefel; über 70 organische Verbindungen sind am Aufbau beteiligt.
Q 23Wie heißt der mythische Fluss, über den der Bernstein aus dem Bernsteinwald ins Meer gelangt sein soll?
Eridanos
Sein Einzugsgebiet mit dem Bernsteinwald könnte das gesamte östliche heutige Skandinavien umfasst haben.
Q 14Welcher englische Naturforscher prägte um 1600 den Begriff „Elektrizität“?
William Gilbert
In seinem Werk „De magnete“ von 1600 widmete er der Aufladung von Bernstein ein eigenes Kapitel und grenzte sie vom Magnetismus ab.
Q 15Wie viele Bernsteinarten sind weltweit etwa bekannt?
80
Allein im Baltikum sollen nach einer Schätzung noch mehr als 640.000 Tonnen Succinit lagern.
Q 16In welcher Farbe leuchtet frisch angeschliffener Bernstein unter UV-Licht?
Blau
Verwitterte Stücke zeigen dagegen ein mattes Olivgrün; Röntgenstrahlung lässt Bernstein bis 10 mm Dicke fast ohne Verlust passieren.
Q 17Ab welcher Temperatur beginnt sich Bernstein zu zersetzen?
300 °C
Einen Schmelzpunkt gibt es nicht; bei der trockenen Destillation entstehen Bernsteinöl und Bernstein-Kolophonium, einst ein begehrter Lackrohstoff.
Q 18Wie alt sind die in Nordfriesland gefundenen Bernsteinanhänger und -perlen ungefähr?
12.000 Jahre
Rechnet man die ukrainischen Lagerstätten hinzu, wurde Baltischer Bernstein schon vor rund 20.000 Jahren bei Kaniv am Ros verarbeitet.
Q 19Unter welchem Handelsnamen wird Pressbernstein missverständlich angeboten?
Ambroid
Er entsteht, indem gereinigte Bröckchen unter Luftabschluss bei 200 bis 250 °C und bis zu 3000 bar in einem Autoklav zusammengepresst werden.
Q 20Wo wurde 1991 das größte bekannte Bernsteinstück mit rund 68 kg entdeckt?
Sarawak auf Borneo
Das Stück bedeckte eine Fläche von 5 m²; nur mehrere Teilstücke konnten geborgen werden, die beiden größten mit zusammen etwa 23 kg.
Q 24Welche Bernsteinvarietät ist völlig undurchsichtig und elfenbeinfarben bis reinweiß?
Knochen
Diese Varietät, auch Weißharz genannt, hat die größte Bläschendichte: bis zu 900.000 winzige Bläschen pro Kubikmillimeter.
Q 25Aus etwa wie vielen Bernsteinperlen bestand die bronzezeitliche Halskette aus dem Depotfund bei Ingolstadt?
3000
Warum das Collier in einem Tonkrug vergraben wurde, ist bis heute ungeklärt; wegen der üblichen Einäscherung blieben aus der Bronzezeit nur wenige Stücke erhalten.
Q 26Wie heißen die goldglänzenden Sprünge, die beim raschen Abkühlen geklärten Bernsteins entstehen?
Sonnenflinten
Mitunter wird die Abkühlung bewusst so gesteuert, dass sich dekorative Flinten bilden; geklärter Bernstein gilt nicht mehr als reines Naturprodukt.
Q 27Welche Naturform des Bernsteins enthält die meisten Fossileinschlüsse?
Schlauben
Zapfen erstarrten am eigenen Tropfenfaden und enthalten ebenfalls Einschlüsse; Fliesen und Knollen sind dagegen frei davon.
Q 28Wo fand man in einer Königsgruft aus der Zeit um 1340 v. Chr. einen Löwenkopf aus Bernstein?
Qatna
Bernsteinperlen aus dem Ostseeraum lagen auch auf dem Schiff von Uluburun, das im späten 14. Jahrhundert v. Chr. vor der kleinasiatischen Küste sank.
Q 29Welcher Gelehrte gewann 1546 erstmals Bernsteinsäure?
Agricola
Lomonossow bewies Mitte des 18. Jahrhunderts die Natur des Bernsteins als fossiles Baumharz; Berzelius zerlegte ihn 1829 in lösliche und unlösliche Bestandteile.
Q 30Welchen Namen gaben Göppert und Berendt dem vermuteten „Bernsteinbaum“?
Pinites succinifer
Hugo Conwentz engte die Herkunft später auf eine „Bernsteinkiefer“ ein; neuere chemische Untersuchungen schließen einen solchen Ursprung jedoch aus.