Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Etymologie ist die Wissenschaft von der Herkunft, Geschichte und Bedeutung der Wörter. Schon Heraklit und Platon fragten, ob ein Name die Wahrheit einer Sache abbildet – und Isidor von Sevilla machte die Wortherleitung zum Titel seiner Enzyklopädie. Dieses Quiz führt von der altgriechischen Wurzel des Begriffs über Volksetymologien und Lautgesetze bis zur modernen Zeichentheorie. Als Fallbeispiel dient das Wort „Roboter“: aus einem tschechischen Theaterstück in den Sprachgebrauch der ganzen Welt. Ideal für alle, die wissen wollen, was in Wörtern steckt.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Aus welcher Sprache stammt das Fremdwort „Etymologie“?
Altgriechisch
Im umfassenderen Sinn bedeutet das Wort so viel wie „Erklärung der einem Wort innewohnenden Wahrheit“.
Q 02Welcher deutsche Begriff wird als Synonym für Etymologie verwendet?
Wortherkunft
Die Disziplin gehört zur historischen Sprachwissenschaft; ihre Ergebnisse werden in etymologischen Wörterbüchern gesammelt und auch in Lexika anderer Art aufgenommen.
Q 03Aus welcher Sprache stammt das Wort „robota“, auf das „Roboter“ zurückgeht?
Tschechisch
Im Spätmittelhochdeutschen gab es mit robāter oder robatter einen ganz ähnlichen Begriff für einen zur Fronarbeit verpflichteten Arbeiter.
Q 04Mit welchem deutschen Wort ist „Roboter“ über die indogermanische Wurzel verwandt?
Arbeit
Die rekonstruierte Wurzel *h₃órbʰos bezeichnete so Verschiedenes wie Waise, Diener, Sklave oder Arbeiter.
Q 05In welchem Theaterstück Karel Čapeks trat das Wort „Roboter“ erstmals auf?
„R.U.R.“
Das Stück gilt als Beispiel für die Wechselwirkung zwischen Fiktion und realem technischen Fortschritt; Roboter sind seither ein Dauerthema der Science-Fiction.
Q 06In welchem Dialog Platons geht es eingehend um die Richtigkeit der Namen?
„Kratylos“
Platon lässt dort die These, Wörter hätten ihre Bedeutung von Natur aus, gegen die Auffassung antreten, sie beruhe auf willkürlicher Festlegung durch den Menschen.
Q 07Was bedeutet der Bestandteil „étymos“ des griechischen Wortes „etymología“?
wahr
Der zweite Bestandteil ist logos, hier im Sinne von „Wort“. Die Verbindung beider Teile ist im Griechischen seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. belegt.
Q 08Welche beiden Kulturen mit langer Schrifttradition befassten sich früh mit Etymologie?
Indien und China
Die Beschäftigung mit dem Ursprung der Wörter sollte dort unter anderem ein tieferes Verständnis überlieferter Texte ermöglichen.
Q 09Welcher Philosoph fragte um 500 v. Chr., ob ein Name die Wahrheit einer Sache widerspiegelt?
Heraklit von Ephesos
Die antike Etymologie arbeitete ohne verlässliche Methodik; viele ihrer Herleitungen gelten heute als Pseudetymologien.
Q 10Welchen Kurztitel trägt das enzyklopädische Hauptwerk des Isidor von Sevilla?
„Etymologiae“
Der vollständige Titel lautet „Etymologiarum sive originum libri“, zu Deutsch „Etymologien oder Ursprünge“; viele der Herleitungen darin gelten heute als zweifelhaft.
Q 11Auf welchen Sprachwissenschaftler beruft sich die Linguistik beim Prinzip der Arbitrarität?
Ferdinand de Saussure
Nach dieser Auffassung ist das Verhältnis zwischen Form und Bedeutung eines Zeichens willkürlich und nur durch gesellschaftliche Konvention bedingt.
Q 12Was leitet die historische Linguistik aus wiederkehrenden Erscheinungen des Sprachwandels ab?
Lautgesetze
Diese Regeln erleichtern es, die Veränderungen eines Wortes im Verlauf der Geschichte zu verfolgen; Namen bilden dabei ein eigenes Forschungsgebiet.
Q 13Wer betrieb die Etymologie in der Antike neben den Philosophen vornehmlich?
die Grammatiker
Q 21In welchem Zeitraum erschien die Fachzeitschrift „Studia Etymologica Cracoviensia“?
1996 bis 2015
Das mehrsprachige Fachblatt befasste sich ausschließlich mit etymologischen Themen; heute ist es nur noch im Internet Archive zugänglich.
Q 22Welchen lateinischen Begriff verwendet Petrus Helie für die etymologische Wortbedeutung?
veriloquium
Wer etymologisiert, zeigt nach Petrus Helie den „wahren, d. h. den ersten Ursprung des Worts“ an – ganz in der Tradition der wahrheitssuchenden Etymologie.
Q 23Wer verfasste nach Diogenes Laertios schon im 3. Jahrhundert v. Chr. etymologische Schriften?
Chrysippos von Soloi
Ihre Herleitungen beruhten auf vagen Analogien in Klang oder Schriftbild und halten einer Prüfung durch die moderne Sprachwissenschaft meist nicht stand.
Q 14Von welchem lateinischen Verb leitet sich das Wort „Dichten“ tatsächlich ab?
dictare
Solche Volksetymologien spielen bis heute außerhalb der Wissenschaft eine Rolle und werden nicht selten sogar als Argument eingesetzt.
Q 15Auf welche Nachbarwissenschaft werden etymologische Ergebnisse ebenfalls übertragen?
Archäologie
Sprachgeschichtliche Verhältnisse liefern dort etwa Anhaltspunkte für die Rekonstruktion frühzeitlicher Wanderungsbewegungen.
Q 16Wann erreichte die „wahrheitssuchende Etymologie“ mit Isidor von Sevilla ihren Höhepunkt?
Anfang des 7. Jahrhunderts
Isidor nutzte Etymologien, um Dinge verständlich zu erklären – historisch gesehen sind viele davon zu bezweifeln.
Q 17Wie heißt das rhetorische Argument, das sich auf die vermutete Herkunft eines Wortes beruft?
argumentum a nomine
Der Hinweis auf die ursprüngliche Bedeutung soll der eigenen Argumentation einen objektiven sprachlichen Sachverhalt unterlegen und sie überzeugender machen.
Q 18Welcher Literat prägte die Bezeichnung „robot“, die sein Bruder Karel im Theater verwendete?
Josef Čapek
Der Dramatiker selbst hatte für seine menschenähnlichen Kunstgeschöpfe zunächst einen anderen Namen vorgesehen – sie könnten heute als Androiden gelten.
Q 19Welche Eigenschaft vieler sprachlicher Aspekte hebt die Natürlichkeitstheorie hervor?
ikonisch
Die Natürlichkeitstheorie ergänzt damit die Lehre von der Arbitrarität: Zeichen sind demnach nicht ausschließlich willkürlich.
Q 20Bei welchem Römer ist die lateinische Entlehnung „etymologus“ schon früh belegt?
Marcus Terentius Varro
Die lateinische Form ist so alt wie der griechische Erstbeleg aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.; Isidor von Sevilla machte den Begriff später zum Titel seiner Enzyklopädie.
Seine Werke „Über etymologische Themen“ und „Etymologisches“ sind nur durch das spätere Zeugnis des Diogenes Laertios bekannt.
Q 24Wie heißt Wiard Ravelings 2024 erschienene Einführung in die Etymologie für Laien?
„Knetet die Lady das Brot“
Das Buch erschien im res publica Wissenschaftsverlag in Eberswalde und richtet sich ausdrücklich an interessierte Laien.
Q 25Welches Motiv der Prager jüdischen Mystik griff Čapek mit seinen künstlichen Menschen auf?
Golem
Seine Kunstgeschöpfe könnten als Androiden, also künstliche Menschen, bezeichnet werden.
Q 26Welche Wortgruppe bildet in der Etymologie ein besonderes Forschungsgebiet?
Namen
Personennamen, Pflanzennamen und Flurnamen gehören dazu.
Q 27Was bedeutet der linguistische Fachbegriff „arbiträr“?
Willkürlich
Für sich genommen hat ein Wort demnach keine Bedeutung außer der, die sich aus der üblichen Verwendung in der Gegenwart ergibt.
Q 28Mit welchem Fachwort wird die sprachgeschichtliche Ausrichtung der Etymologie bezeichnet?
Diachron
Die Ergebnisse landen in etymologischen Wörterbüchern und als Zusatzinformation auch in Lexika anderer Art.
Q 29Welches Produkt von Otto Berning & Co. war 1934 eines der ersten mit der Bezeichnung Robot?
Kamera
Ursprünglich wurde das Wort nur für humanoide Roboter verwendet, später fast beliebig für verschiedene Geräte.
Q 30Wer verfasste das Lexikon „Täuschende Wörter“ über Volksetymologien?
Heike Olschansky
Das Bändchen erschien 2004 bei Philipp Reclam jun. in Stuttgart.