Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Folklore ist der sichtbare Ausdruck des kulturellen Erbes einer Gemeinschaft: Volkslieder, Sagen, Märchen, Trachten, Bräuche und Sprichwörter, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Wort selbst ist jünger, als man denkt – ein englischer Kulturhistoriker prägte es 1846. Dieses Quiz fragt nach der Geschichte des Begriffs, von Herder und den Brüdern Grimm bis zur „Folk-Lore Society“, nach der Abgrenzung zu Kitsch und Fakelore – und nach einer der bekanntesten Figuren der US-amerikanischen Folklore, dem Apfelbaumpflanzer Johnny Appleseed.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Welches Werk J. R. R. Tolkiens gilt als „ausgedachte Kultur“ und nicht als Folklore?
„Der Herr der Ringe“
Solche Neuschöpfungen und Rekonstruktionen wie Reenactments haben nie zur real gelebten Kultur einer Gemeinschaft gehört und zählen daher nicht zur Folklore.
Q 02Welche Disziplin erforscht Folklore als Teilgebiet der Volkskunde?
Folkloristik
Die Folkloristik gilt zugleich als Teilgebiet der Erzählforschung, die sich mit Märchen, Sagen und anderen mündlichen Überlieferungen befasst.
Q 03Welche Wissenschaft bezeichnet Volkslied, Volkstanz und Volksmusik als „Folklore“?
Musikwissenschaft
Volkskundlich und literaturwissenschaftlich zählen außerdem Sagen, Märchen, Sprichwörter, Trachten, Schwänke, Witze und Zaubersprüche zur Folklore.
Q 04Wer schuf 1846 das englische Kunstwort „folk-lore“?
William John Thoms
Der Kulturhistoriker lebte von 1803 bis 1885 und lieferte nie eine genauere Definition seines Begriffs, der sich dennoch binnen kurzem durchsetzte.
Q 05Was versteht man unter Musikfolklore?
Vokal- und Instrumentalmusik des Volkes
Folklore schlägt sich auch materiell nieder: in lokalen Varianten des Kunsthandwerks, der Architektur, in Schmuck, Kleidung und landestypischen Speisen und Getränken.
Q 06Von welchem Land ausgehend verengte sich „Folklore“ im Englischen auf musikalische Formen?
Vereinigte Staaten
In dieser engen Lesart meint Folklore vor allem traditionelle Musik, während der deutsche Sprachgebrauch auch Bräuche, Sagen und Trachten einschließt.
Q 07In welchem Jahr erschien der erste Band der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm?
1812
Erst mit den Grimms erreichte die folkloristische Dokumentationsarbeit wissenschaftliches Niveau, Jahrzehnte nach Herders ersten Sammlungen.
Q 08In welchem Jahrhundert liegen die Vorläufer des Begriffs Folklore im deutschen Sprachraum?
18. Jahrhundert
Das englische Kunstwort selbst entstand erst 1846 – und wurde im deutschen Sprachraum als modisches Fremdwort lange abgelehnt.
Q 09Wie reagierte die deutschsprachige Volkskunde auf das Fremdwort „Folklore“?
Weitgehende Ablehnung
Das Wort galt als modisches Fremdwort und konnte im deutschen Sprachraum nie richtig heimisch werden.
Q 10Wofür wird „Folklore“ im Deutschen bisweilen abwertend gebraucht?
Verkitschte Schaudarbietungen
Gemeint sind kommerzialisierte, trivial-sentimentale oder unechte Darstellungen angeblicher Volkssitten – Phänomene, die auch als Folklorismus bezeichnet werden.
Q 11Als was versteht sich die Musikrichtung des Folk?
Adaption traditioneller Musikfolklore
Im Vordergrund stehen dabei zeitgenössische Bearbeitungen traditioneller Lieder und Stücke, die sogenannten Folksongs.
Q 12Als was wird „Volk“ im folkloristischen Sinn verstanden?
Traditionelle Gemeinschaft
Tradition gilt dabei als Weitergabe von Generation zu Generation; eine solche Gemeinschaft grenzt sich durch eigentümliche Sitten und Gebräuche von anderen ab.
Q 13Welche Liedersammlung veröffentlichte Johann Gottfried von Herder 1778/79?
Q 21In welchem Jahr wurde die englische „Folk-Lore Society“ gegründet?
1878
Die Gesellschaft ging auf die Arbeiten des Worterfinders zurück, der sie anschließend selbst leitete.
Q 22Wer definiert Folklore ganz grundsätzlich als das traditionelle Wissen einer Kultur?
Francis Abernethy
Diese weite Auslegung des Begriffsumfangs setzte sich vor allem in Amerika durch, während Europa lange enger definierte.
Q 23In welcher Stadt gab Karl Knortz 1896 sein Buch mit dem Titel „Folklore“ heraus?
Dresden
Knortz war 1863 in die USA ausgewandert und versuchte als Ausnahme unter deutschen Gelehrten, dem Begriff Eingang in den deutschen Wissenschaftsdiskurs zu verschaffen.
„Stimmen der Völker in Liedern“
Mit dieser Sammlung unternahm Herder den ersten Versuch, Traditionen und Kulturgüter des einfachen Volkes systematisch zu dokumentieren und zu archivieren.
Q 14Wie schnell wurde „folk-lore“ nach seiner Prägung zum gängigen Begriff?
In weniger als einem Jahr
Sein Schöpfer lieferte nie eine genauere Definition; dennoch drang der Begriff binnen weniger Jahrzehnte sogar in einige romanische Sprachen ein.
Q 15Welcher Sprache entnahm der Schöpfer des Wortes „folk-lore“ den Begriff folklǡr?
Angelsächsisch
Das Wort begegnet in dieser Sprache bereits im 11. Jahrhundert, also rund 800 Jahre vor seiner Wiederbelebung im viktorianischen England.
Q 16Was bedeutete das altenglische Wort lǡr?
Wissen, Lehre
Der andere Bestandteil, folk, bezeichnet im Englischen die Leute mit einem sozialen Akzent auf den weniger gebildeten Schichten, aber ohne nationalen Gehalt.
Q 17Was befürchtete die deutsche Volkskunde beim Wort „Folklore“ zu verlieren?
Den nationalen Gehalt
Neben sprachlichen Vorbehalten spielte bei der Abwehr des Begriffs also auch eine ideologische Komponente eine Rolle.
Q 18Welches Werk Jacob Grimms erschien ab 1835?
„Deutsche Mythologie“
Thoms wollte mit seinem neuen Begriff gerade das Volksgut einordnen, das die Brüder Grimm in solchen Werken veröffentlicht hatten.
Q 19Wer war der erste Präsident der „American Folklore Society“?
Francis James Child
Der Gelehrte hatte schon um 1856 begonnen, englische und schottische Folkballaden zu studieren, lange vor der Gründung der Gesellschaft.
Q 20In welcher Londoner Wochenzeitschrift tauchte das Wort „folk-lore“ erstmals auf?
Athenaeum
Der Artikel erschien im August 1846; sein Verfasser erklärte das neue Wort mit „the Lore of the people“.
Q 24Was trug Johnny Appleseed der Legende nach auf dem Kopf?
Kochtopf
Nach dem Tod seiner Verlobten soll er als Missionar der Neuen Kirche durchs Land gezogen sein, die Hosentaschen voller Apfelsamen.
Q 25Wie lautete der bürgerliche Name der US-Folklorefigur Johnny Appleseed?
John Chapman
Er kam am 26. September 1774 in Leominster in Massachusetts zur Welt und starb am 11. März 1847 in Fort Wayne, Indiana.
Q 26In welcher Region der USA zog Johnny Appleseed seine Apfelbäume auf?
Mittlerer Westen
Die Bäume wuchsen aus Kernen, die bei der Kelterung anfielen; statt Obstgärten legte er reine Anzuchtgärten voller Zufallssämlinge an.
Q 27Unter welchem Namen ist Johnny Appleseed im deutschsprachigen Raum unter anderem bekannt?
Hans Apfelkern
Die Kinderbuchautorin Aliki erzählte sein Leben 1963 in einem Bilderbuch nach, dessen deutsche Ausgabe bei Betz in München erschien.
Q 28Welches alkoholische Getränk war für amerikanische Pioniere am einfachsten herzustellen?
Apfelwein
Kornbrand hätte eine Destillation verlangt, Weinreben und Hopfen für das Bierbrauen eine aufwändige Kultivierung.
Q 29An welchem Tag wird der Johnny Appleseed Day in Teilen der USA am häufigsten gefeiert?
Todestag
Der ökologische Pionier war ein Anhänger Emanuel Swedenborgs und wurde zu einer der bekanntesten Figuren der US-amerikanischen Folklore.
Q 30Als amerikanische Version welches antiken Gottes wurde Johnny Appleseed bezeichnet?
Dionysos
Er galt als der Mann, der den Stoff an die Frontier brachte – seine Apfelbäume lieferten den Siedlern ihren Alkohol.