Mit KI aus unserem englischen Quiz auf Deutsch erstellt; die Quellen verweisen auf die deutsche Wikipedia.
Absinth war das Getränk der Bohème: Baudelaire, Toulouse-Lautrec und van Gogh tranken die „grüne Fee“, bis ein Mordfall in der Schweiz und eine Kampagne der Weinbauern das Verbot in halb Europa brachten. Dieses Quiz folgt dem Wermutschnaps vom Val-de-Travers nach Pontarlier, in die Pariser Cafés der grünen Stunde und in die Untergrund-Brennereien der Schweiz – bis zur Wiederzulassung ab den 1990er Jahren. Gefragt wird nach Kräutern, Alkoholgehalt, Trinkritualen, Malern und Gesetzen, von leichten Einstiegsfragen bis zu Details für Kenner.
Alle 30 Fragen mit Antworten und Erklärungen. Quiz spielen
Q 01Unter welchem Beinamen ist Absinth wegen seiner Farbe bekannt?
„Die grüne Fee“
Im Französischen heißt der Beiname „La fée verte“; wegen der bitteren Kräuter zählt das Getränk zu den Bitterspirituosen, obwohl es nicht unbedingt bitter schmeckt.
Q 02Welche drei Zutaten prägen den typischen Geschmack von Absinth?
Wermut, Anis und Fenchel
Der teure Anis wird teilweise durch den günstigeren Sternanis ersetzt; weitere Gewürze dienen nur der geschmacklichen Abrundung.
Q 03Wie nannte man um 1860 in Frankreich die Zeit des nachmittäglichen Absinthgenusses?
„Grüne Stunde“
Absinthtrinken zwischen 17 und 19 Uhr galt als „chic“; aus Algerien heimgekehrte Soldaten hatten die Gewohnheit in die Pariser Cafés gebracht.
Q 04Wie heißt der Bestandteil des ätherischen Wermutöls, der Absinth seinen schlechten Ruf einbrachte?
Thujon
Die Substanz ist ein Nervengift, das in hoher Dosis Verwirrtheit und Krämpfe auslösen kann – die Menge im Getränk reicht dafür aber nachweislich nicht aus.
Q 05Warum wird Absinth heute gelegentlich rot, schwarz oder blau gefärbt?
Aus Marketinggründen
Viele günstige Absinthe entstehen heute, indem Absinthessenz in hochprozentigen Alkohol gegeben wird; erst die gehobene Mittelklasse setzt wieder auf Mazeration.
Q 06In welchem Bereich liegt der Alkoholgehalt von Absinth üblicherweise?
45 bis 89 Volumenprozent
Damit gehört das Getränk zum oberen Bereich der Spirituosen und wird wegen der Stärke traditionell mit Wasser verdünnt getrunken.
Q 07Woher stammt die grüne Farbe vieler Absinthsorten?
Chlorophyll aus Färbekräutern
Pontischer Wermut, Ysop, Melisse und Minze liefern den Farbstoff; bei altem Absinth zersetzt er sich, und das Getränk wird gelblich bis bernsteinfarben.
Q 08Wie nannte man die hohen Wasserbehälter mit mehreren Hähnen auf den Tischen Pariser Cafés?
„Absinthbrunnen“
Aus den Hähnen tropfte etwa ein Tropfen Wasser pro Sekunde auf einen gelochten Löffel mit Zucker, bis der Absinth milchig-grünlich wurde.
Q 09Was geschieht bei der klassischen Absinthherstellung nach dem Mazerieren der Kräuter im Alkohol?
Destillation
Dieser Schritt trennt die schwer flüchtigen Bitterstoffe des Wermuts ab; eine unverhältnismäßige Bitterkeit verrät oft einen minderwertigen oder unechten Absinth.
Q 10Wogegen sollten die täglichen Absinthrationen französischer Soldaten in Algerien helfen?
Malaria und schlechtes Trinkwasser
Die Nachfrage ließ die Firma Pernod ihre Produktion auf täglich 20.000 Liter steigern; Konkurrent Berger baute eine Brennerei bei Marseille, um die Transportwege zu verkürzen.
Q 11In welchem Schweizer Kanton liegt das Val de Travers, die Wiege des Absinths?
Neuenburg
Im 18. Jahrhundert wurde der Wermutschnaps dort zunächst als Heilmittel hergestellt, bevor er in Frankreich zum Modegetränk wurde.
Q 12Wie wird klarer, ungefärbter Absinth, wie ihn Schweizer Schwarzbrenner herstellten, auch genannt?
„Blanche“
Der Verzicht auf die typische Färbung erleichterte den heimlichen Verkauf, solange das Getränk in der Schweiz verboten war; ein zweiter Name lautet „La Bleue“.
Q 13Welcher französische Landarzt in Couvet gilt als einer der Urheber des Absinth-Rezepts?
Pierre Ordinaire
Q 21In welcher altägyptischen Schrift finden sich bereits Hinweise auf Beifuß-Arten als Heilmittel?
Papyrus Ebers
Die Schrift enthält Texte aus der Zeit von 3550 bis 1550 vor Christus; auch das Alte Testament nimmt mehrfach auf die Bitterkeit der Artemisia-Kräuter Bezug.
Q 22Worauf verwies die historische Qualitätsbezeichnung „Absinthe Suisse“?
Hoher Alkoholgehalt von 70–73 %
Die Bezeichnung war gleichbedeutend mit „Absinth Fine“ und sagte nichts über das Herstellungsland aus.
Q 23Bei welcher Krankheit brachte Wermut laut einer deutschen Doppelblind-Studie von 2007 eine Verbesserung?
Morbus Crohn
Der Arzt war aus politischen Gründen ins preußische Fürstentum geflohen; nach seinem Tod verkaufte die Familie Henriod das Elixier als Heilmittel über Apotheken.
Q 14Mit welcher giftigen Substanz färbten minderwertige Hersteller ihren Absinth im 19. Jahrhundert grün?
Kupfersulfat
Auch Anilingrün, Kupferacetat und Indigo wurden zum Färben eingesetzt; die in historischen Proben gefundenen Mengen waren jedoch gesundheitlich unauffällig.
Q 15In welche französische Stadt verlegte Henri Louis Pernod 1805 seine Absinth-Destillerie?
Pontarlier
Der Umzug über die Grenze sparte umständliche Zollformalitäten; am neuen Standort wurden anfangs täglich 400 Liter produziert.
Q 16Als Mittel wogegen empfahl Hildegard von Bingen Wermutabkochungen in Wein?
Würmer
Wermutweine, bei denen Wermutblätter gemeinsam mit Trauben vergoren wurden, galten im 16. Jahrhundert als besonders wirksame Magenmittel.
Q 17Ab welchem Jahr war Absinth in einigen europäischen Staaten und in den USA verboten?
1915
Moderne Studien fanden keine Schädigung über die Wirkung des Alkohols hinaus; die damaligen Folgen gelten heute als Ergebnis schlechter Alkoholqualität und großer Trinkmengen.
Q 18Auf welches altgriechische Wort geht der Name Absinth über das Lateinische zurück?
apsinthion
Das französische „absinthe“ bedeutete ursprünglich schlicht „Wermut“; die deutsche Form ist eine Eindeutschung davon.
Q 19Seit welchem Jahr ist Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich?
1998
Die Schweiz, das Ursprungsland, erlaubte Herstellung und Verkauf erst einige Jahre später wieder.
Q 20Was garantierte die Bezeichnung „Absinthe Supérieure“ im 19. Jahrhundert vor allem?
Färbung ausschließlich mit Pflanzen
Die „Supérieure“-Qualitäten hatten klassischerweise 65 bis 68 Prozent Alkohol, was die natürliche grüne Farbe gut konservierte.
Schon Theophrast und Hippokrates erwähnten Artemisia-Kräuter in Tinkturen und Extrakten.
Q 24Wie viel reinen Alkohol konsumierten erwachsene Franzosen 1914 pro Kopf und Jahr?
30 Liter
Zum Vergleich: Moldau führte 2013 laut WHO die Weltstatistik mit 18,22 Litern reinem Alkohol pro Erwachsenem an.
Q 25Wie viel Absinth produzierte die 1797 gegründete Brennerei von Dubied und Pernod anfangs pro Tag?
16 Liter
Der größte Teil der frühen Produktion ging ins nahe gelegene Frankreich; Major Dubied hatte die Rezeptur von einem Mitglied der Familie Henriod erworben.
Q 26Auf wie viel mg/kg begrenzt die EU den Thujongehalt in Getränken aus Artemisia-Arten?
35 mg/kg
Untersuchungen von Absinth nach historischen Rezepten und einer Probe von 1930 fanden jeweils weniger als 10 mg/kg – entgegen früheren Berichten von bis zu 350 mg je Liter.
Q 27Welchen Beinamen trug Suzanne-Marguerite Motta, die als Urheberin des Absinth-Rezepts gilt?
„Mutter Henriod“
Die heilkundige Frau war mit dem Gastwirt Henry-Francois Henriod verheiratet; der Historiker Helmut Werner vermutet, dass der Arzt Ordinaire ihr Familienrezept nur optimierte.
Q 28Welchen Alkoholgehalt hatte ein „Absinthe Demi Fine“ im Frankreich um 1900?
50 %
Die einfachste Stufe, der „Absinthe Ordinaire“, kam auf 40 bis 45 Prozent; ein „Absinthe Fine“ wurde mit 70 bis 73 Prozent abgefüllt.
Q 29Welcher Zusatz sollte in billigem Absinth des 19. Jahrhunderts die milchige Trübung vortäuschen?
Antimontrichlorid
Der Alkohol jener Zeit war oft minderwertig und enthielt viel Amylalkohol, andere Fuselöle und sogar Methanol, das bis zur Erblindung führen kann.
Q 30Ab welchem Jahr ist im Val-de-Travers der Konsum von mit Wermut versetztem Wein belegt?
1737
Während der Herstellungsort gesichert ist, nennen die Quellen unterschiedliche Urheber der ursprünglichen Rezeptur – darunter eine Henriette Henriod, die schon um 1750 ein Wermutelixier destilliert haben soll.